Danke an alle Kunden, die uns seit dem Jahr 2014 mit Ihren Käufen helfen, das CENTRO LA SIESTA in Fortaleza zu unterstützen. Unter der Leitung von José "Dito" Expedito de Moura wird den Kindern aus der Favela Graviola in Fortaleza durch Fußballspielen eine Perspektive eröffnet. Dort bekommen die Kinder Werte wie Respekt, Fleiß und Zuverlässigkeit vermittelt.

Auf den ersten Blick ist Fortaleza im Nordosten Brasiliens ein wahr gewordener Traum aus Sonne, Strand und Meer. Hinter den Strandpromenaden und Flaniermeilen sieht die Realität jedoch ganz anders aus: Armut, häusliche Gewalt und Drogen sind allgegenwärtig.

Deshalb haben wir gemeinsam Ditos Vision, ein eigenes Jugendzentrum aufzubauen, weiterentwickelt und im Jahr 2015 das CENTRO LA SIESTA ins Leben gerufen. Das Jugendzentrum wird von LA SIESTA finanziert und von Dito betrieben.

 

Kurz vor Weihnachten erreichte uns ein herzerwärmender Brief von Lucas Moisés Moreno Ferreira, der Danke sagen möchte. Aber lest am besten selbst:

 

"Hallo, wie geht es Euch? Mein Name ist Lucas Moisés Moreno Ferreira, ich bin 22 Jahre alt und ein Familienmensch. Ich habe eine Frau und eine einjährige Tochter, bin Sportstudent und stehe kurz vor meinem Abschluss. Ich bin dabei, meinen Traum zu verwirklichen und die erste Person in der Familie zu sein, die eine höhere Ausbildung hat.

Meine Lebensgeschichte ist seit meiner Kindheit von Kraft und Überwindung geprägt. Da mein Vater keinen Kontakt zu mir wollte, wurde ich von meiner Mutter und meinen Großeltern großgezogen. Meinen Vater habe ich nie vermisst, da mein Opa der beste Vater ist, den man sich wünschen kann.

Meine Familie stammt aus einfachen Verhältnissen. Als ich ein Kind war, arbeitete meine Mutter den ganzen Tag als Rezeptionistin, um am Ende des Monats einen Mindestlohn zu verdienen und es uns an nichts fehlt. Ich verbrachte den Tag mit meiner Oma, die von zu Hause aus als Näherin gearbeitet und sich um mich gekümmert hat. Sie ist meine zweite Mutter. Auch mein Opa arbeitete selbstständig. Unter diesen Bedingungen lebten wir lange.

Als ich drei Jahre alt war, wurde bei mir rheumatisches Fieber diagnostiziert. Ich durchlitt einen Monat voller Schmerzen, bis ich nach São Paulo zur Untersuchung geschickt wurde. Dort wurde die schwere Krankheit entdeckt und es folgten viele schmerzhafte Injektionen bis zu meinem 21. Lebensjahr. Dank unseres großen Glaubens an Jesus Christus erreichte der Keim nicht mein Herz und ich verlor nicht meine Fähigkeit zu Laufen. Ich gelte als geheilt, habe aber noch einige Zeit vorsichtshalber Injektionen bekommen.

 

Ich, meine Frau Gabriela und unsere Tochter Liz.

 

Ich ging auf eine Privatschule, da meine Mutter mir eine schulische Ausbildung ermöglichen wollte, die sie nie haben konnte. Sie hat immer hart gekämpft, um das Schulgeld zahlen zu können. In meinen zehn Jahren Schule mochte ich Sport immer am meisten, besonders Fußball. Als ich 12 Jahre alt war, kam ein neuer Lehrer an die Schule, über den schon im Vorfeld viel Gutes erzählt wurde. Dieser Lehrer war Dito. Auch ich kannte ihn bereits, weil er in der Nähe des Strandes lebte und ein soziales Beach Soccer Projekt leitete, um Kinder und Jugendliche von der Kriminalität fern zu halten. Ich durfte nie dort hin, weil meine Mutter Angst hatte, dass der Kontakt zu den anderen Kindern dort mich vom rechten Weg abbringen würde. Dies änderte sich, als Dito mein Lehrer wurde.

Ich fing an, mit ihm Hallenfußball zu spielen und merkte schnell, dass er viel mehr unterrichtete als nur Fußball. Es waren Lehren für das Leben. Jeden Tag sprach ich mit Dito, jeden Tag war ich bei Ditos Trainingseinheiten in der Schule und am Strand und so entwickelte sich die Bindung, die ich zu Dito hatte, von einem einfach Lehrer-Schüler-Verhältnis zu einer Vater-Sohn-Bindung. Seit er mich kennenlernte, sah Dito etwas in mir und versuchte immer alles, um das Beste aus mir herauszuholen. Durch ihn lernte ich, die menschliche Seite kennenzulernen. Die Seite, die deinen Mitmenschen helfen will, ohne dafür etwas im Gegenzug zu verlangen. Die Seite, die die Hand reicht, wenn sie gebraucht wird und die immer danach strebt, jeden Tag ein besserer Mensch zu werden.

Mein Traum war schon immer, Fußballspieler zu werden. Ich hatte einige Karrieremöglichkeiten bei Hallenfußball-Mannschaften, aber konnte denen nie folgen, da meine Mutter wollte, dass ich mich auf meine schulische Ausbildung konzentriere. Sie wünschte sich, dass ihr Sohn Arzt werden würde. Leider konnte ich ihren Traum nicht realisieren, aber dank Dito und dem CENTRO LA SIESTA bin ich dabei, meinen eigenen zu verwirklichen.

 

Durch Dito erreichte ich die größten Siege meines Lebens. Indem ich in seine Fußstapfen trat, schlug ich den richtigen Weg ein und erkannte, dass der größte Reichtum eines Mannes das Vermächtnis ist, das er hinterlässt, wo immer er hingeht. Meine Referenz als Lehrer, als Freund und vor allem als Vater.

 

Als ich das Gymnasium mit 18 Jahren beendet hatte, wusste ich immer noch nicht genau, wo mein Weg hinführen soll, aber ich hatte eine Idee. Dito hatte mir einmal von der Möglichkeit erzählt, ein 100%iges Stipendium an der UniAteneau zu erhalten, um dort Sport zu studieren. Meine einzige Verpflichtung bestand darin, zu studieren, gute Noten zu bekommen und die Institution bei Universitätsspielen im Beach Soccer zu vertreten. Im März 2016 bestand ich den Einstellungstest und immatrikulierte. Dito hat mir sehr geholfen, mir mehrere Türen geöffnet und mir einen Platz in meiner Brust verschafft, der mir fehlte. Heute fühle ich mit Dito eine Liebe von Sohn zu Vater.

Zum aktuellen Zeitpunkt bin ich fast fertig. In vier Jahren Training ist mir sehr viel Gutes widerfahren. Neben Dito war ich dreimal Beach-Soccer-Universitätsmeister vom Bundesstaat Ceará, zweimal brasilianischer Meister und einmal internationaler Meister. Doch das Wichtigste ist, dass ich einen Job am besten Arbeitsplatz der Welt bekommen habe, nämlich in Dito's kleiner Schule. Der Schule, aus der ich komme, wo ich aufgewachsen bin und der Ort, an dem er alle Türen für meinen Erfolg geöffnet hat. Der Ort, an dem ich gelernt habe, die Welt mit anderen Augen zu sehen, wo Dito mir die Kette des Guten gezeigt hat, eine Kette, die einen dazu bringt, anderen helfen zu wollen, mehr Mitgefühl und Liebe für andere zu haben und vor allem einen Ort, wo er uns zu besseren Menschen macht.

Es gibt keine Worte, mit denen ich beschreiben könnte, wie wichtig die "Escolinha do Dito" / das CENTRO LA SIESTA für das Leben der Kinder und Jugendlichen in Fortaleza ist.
Wenn ich drei Wünsche hätte, dann wären es diese: Erstens, meiner Mutter ein eigenes Heim und finanzielle Stabilität für meine Familie zu geben. Zweitens, in die Fußstapfen Ditos zu treten und dass die Menschen mich kennen durch das Erbe, das ich in jeder Ecke hinterlassen habe. Der dritte und letzte Wunsch ist es, mehrere Sprachen zu lernen und die fünf Kontinente der Erde kennen zu lernen, ihre Kulturen und ihre Lebensweise zu entdecken. Deutschland ist mein erstes Reiseziel, ich möchte dieses schöne und kulturreiche Land kennenlernen und ich möchte mich vor allem bei Euch, dem CENTRO LA SIESTA / Tor Zur Hoffnung, für die Hilfe und Unterstützung bedanken, die Ihr Dito gegeben habt, damit er hier in unserem Land so ein großartiges Projekt entwickeln konnte und diese Partnerschaft noch lange andauert.

 

Euer Lucas Moisés Moreno Ferreira"

 

 

Besucht unsere Freunde vom Tor zur Hoffnung e.V. für weitere Informationen.